In den Bergen

 

hier liegen und nichts anderes

im Licht

ich atme ein den Duft der Kräuter

ein Vogel kreist

vor mir der Berg

ich weiss . . .

Stufe um Stufe gehen

lang sind die Schatten

rot das Licht

und blau malt die Nacht die Berge

ich gehe weiter

bin leicht geworden

getragen von den Sternen

HS

Der Spieler

 

Du kannst mich nicht berühren

ich bin unantastbar

bin kalt und warm, bin zart und stark

und nicht berechenbar

 

ich streife durch die Gassen

der Stadt im Abendlicht

und spüre tief in mir das Spiel

was anderes kann ich nicht

 

spielen mit deinen Blüten

junger Baum in Pracht

wie Falter tanzen sie im Licht

flattern durch die Nacht

 

mich reizt nun auch das luftige Kleid

ich schlengle mich hinein

blase es auf, zieh es umher

sein Stoff, so seidig fein.

 

was hör ich nun, fernab von hier

die eigene Stimme singen?

im Ährenfeld  unter den Sternen

das Spiel kann neu beginnen

 

Lara feiert ihren 50. Geburtstag. Es ist Spätsommer, ein herrlicher Tag. Sie trägt ein feines Seidenkleid, lacht und plaudert mit ihren Freundinnen. Da sieht sie inmitten der vielen Gäste einen seltsamen Kerl, er trägt einen abgetragenen Anzug,  hat helle, wachsame Augen, sein Gesicht wirkt trotz Lebensspuren jung. Er kommt direkt auf sie zu. Er lächelt.

 

 Der uneingeladene Gast

 

Du siehst, ich komm auf leisen Sohlen

  Was hast denn du da hier verloren?

Hab doch keine Angst vor mir – bunte Blätter schenk ich dir!

 Blätter, bunte, Herbst - oh nein! Frühling soll es immer sein!

 ich schenk dir ein den süssen Wein der Weisheit und der Heiterkeit

 den trink ich nur im Sommerkleid!

 das kannst du wohl du liebes Kind, so schön dein Geist und Körper sind

noch fliesst in dir des Sommers Glut

 oh, Fremder, diese Wort tun gut, wer bist du denn, was willst du hier

süsse Trauben schenk ich dir, des späten Sommers sanfte Wärme

 deinen Namen hätte ich gerne

Man nennt mich Freude, Glück, auch Leid

Nenn mich doch einfach ZEIT

 HS

 

 

Vier Kleider für einen Tag :  Morgenglanz - Mittagsglut - Abendröte - Traumwelt

 

Mit Lust und Neugier zur frühen Stund

tauche ich ein in das Blau

dort liegen sie, glitzernd und kugelrund

Versprechen im Morgentau

 

ich tauche ein in das Blau

es fliesst nun das Rot und hüllt mich ein

Versprechen im Morgentau

erblühen, verglühen - im Schein

 

es fliesst nun das Rot und hüllt mich ein

schon weht ein kühlender Wind

erblühen, verglühen im Schein

der Abend das Gold mit sich bringt

 

schon weht ein kühlender Wind

und es wird dunkel, die Eule erwacht

der Abend das Gold mit sich bringt

wiegt es in Räumen der Nacht

 

und es wird dunkel, die Eule erwacht

fliegt weit hinein in den Traum

wiegt sich in Räumen der Nacht

berührt sanft der Seele Saum

 

 fliegt weit hinein in den Traum

dort liegen sie, glitzernd und rund

berührt sanft der Seele Saum

Lust und Neugier zur Stund

 

Pantun HS